Latosa Escrima

Ein philippinisches Waffen- und Leerhand-System aus der Linie von Großmeister René Latosa.

Latosa Escrima ist die zweite Säule, die in jeder EBMAS-Schule unterrichtet wird. Es ist ein philippinisches Kampfsystem, das mit dem Stock beginnt, sich auf weitere Waffen ausdehnt und am Ende mit dem arbeitet, was zufällig in der Hand liegt - ein Handy, ein Stift, ein Schirm, eine Flasche.

Eine Waffe-zuerst-Tradition

Die philippinischen Kampfkünste sind aus jahrhundertelangen historischen Konflikten auf den Inseln gewachsen. Anders als viele Systeme, die zuerst Leerhand und später Waffen lehren, beginnt Escrima mit der Waffe - meist einem einzelnen Rattanstock - weil das der direkteste Weg ist, Distanz, Timing und die Konsequenzen einer falschen Einschätzung zu vermitteln. Sind diese Qualitäten ehrlich erlernt, ist die Übertragung auf die leere Hand kurze Arbeit.

Die Latosa-Linie

Das in EBMAS unterrichtete System stammt von Großmeister René Latosa, einer der zentralen Figuren bei der Vermittlung philippinischer Kampfkünste in den Westen. Sifu Emin Boztepe trainierte über Jahre bei Großmeister Latosa, und der Lehrplan wird in EBMAS mit seiner vollen Anerkennung weitergegeben.

Fünf Prinzipien

Latosa Escrima ist prinzipiengeleitet und nicht choreografiebasiert. Sein Training ruht auf fünf Qualitäten, die jede Technik ausdrücken sollte:

  • Schnelligkeit - schneller bewegen, als die Bedrohung sich entwickelt.
  • Kraft - die richtige Menge an Kraft, über Struktur statt über Muskeln eingebracht.
  • Fokus - auf dem Ziel landen, das man landen wollte.
  • Gleichgewicht - dabei aufrecht bleiben.
  • Übergang - von einer Technik in die nächste fließen, ohne Lücke, die der Gegner nutzen kann.

Die Übungen sind so angelegt, dass du nur mit allen fünf gleichzeitig erfolgreich bist. Genau deshalb fühlt sich das System anders an als eine sequenzbasierte Kunst: du lernst keine Antworten auswendig, du trainierst Qualitäten.

Warum es zu Wing Tzun passt

Wing Tzun und Latosa Escrima ergänzen sich gut, weil beide eine Vorliebe für Direktheit teilen und dafür, mit weniger mehr zu erreichen. Der Leerhand-Rahmen des Wing Tzun gibt Escrima ein strukturelles Rückgrat; die Waffenarbeit des Escrima schärft im Wing Tzun das Gefühl für Distanz und Timing. EBMAS-Schüler trainieren beides, und die meisten erkennen schnell, dass die beiden Systeme einander schärfen.

Für wen es ist

Latosa Escrima wird in EBMAS-Schulen an dasselbe breite Publikum unterrichtet wie Wing Tzun - Erwachsene jeden Hintergrunds, ohne dass Vorerfahrung in Kampfkünsten verlangt wird. Häufig wählen es auch Menschen aus dem Sicherheits-, Polizei- oder Personenschutzbereich, weil sich die Prinzipien sauber auf Szenarien mit improvisierten Werkzeugen übertragen lassen.

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